Der Behrensbau am Mannesmannufer in Düsseldorf

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Behrensbau

Historischer Ort mit bewegter Geschichte
Der Behrensbau, künftiger Sitz des Hauses der Geschichte Nordrhein-Westfalen, blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück, die eng mit der Geschichte Nordrhein-Westfalens verbunden ist. Als neuer Sitz der Hauptverwaltung der Mannesmannröhren-Werke AG wird der Bau 1910 vom bedeutenden Architekten Peter Behrens entworfen, bereits 1912 ist das Gebäude bezugsfertig. Heute gilt der Bau im Herzen der Landeshauptstadt Düsseldorf, zentral gelegen zwischen Rhein, Regierungsviertel und Altstadt, als eine Ikone der Verwaltungsarchitektur.

Vom 24. Mai 2023 bis 18. Februar 2024 hat die Ausstellung „110 Jahre Behrensbau. Architektur und Geschichte“ am historischen Ort das Bauwerk, seinen Architekten Peter Behrens und den Mannesmann-Konzern in den Blick genommen.

Tradition trifft auf Fortschritt
Das seinerzeit hoch moderne Gebäude vereint Tradition mit Fortschritt: In seiner äußeren Form und seinem Anspruch lehnt sich das Bürohaus an die Architektur eines Stadtpalais mit Bezügen zur Neorenaissance und zum Neoklassizismus an. Neben Peter Behrens waren an seiner Planung und Gestaltung auch der spätere Begründer des Bauhauses, Walter Gropius, und Ludwig Mies van der Rohe beteiligt.

Das Gebäude ist seinerzeit eines der modernsten Bürogebäude in Deutschland, errichtet in einer Eisenskelett-Bauweise, die damals wie heute sehr viel Flexibilität bei der Nutzung der Räume erlaubt. Durch die Platzierung der Büros zur Außenseite hin ist der Behrensbau eines der hellsten Bürogebäude seiner Zeit. In der Folgezeit wird der Bau um drei weitere Gebäude erweitert: den östlich angrenzenden sogenannten „Väth-Bau“, errichtet 1937 bis 1938 von Mannesmann-Baudirektor Hans Väth, das benachbarte Mannesmann-Hochhaus, erbaut 1956 bis 1958 vom Architekten Paul Schneider-Esleben, und einen weiteren Neubau, 1980 bis 1982 errichtet von der Planungsgruppe Stieldorf im Auftrag der Mannesmann AG. Das zuletzt errichtete Gebäude existiert inzwischen nicht mehr.

Ort politischer und historischer Bedeutung
Schon früh ist der Bau ein Ort von politischer Bedeutung. Im März 1923 wird das Verwaltungsgebäude im Zusammenhang mit den Ereignissen des Ruhrkampfes von französischen Truppen besetzt und dient als Sitz der Besatzungsbehörden. Obwohl der Zweite Weltkrieg nicht spurlos am Behrensbau vorbeigeht, bleibt er von alliierten Bombenangriffen weitestgehend verschont.

Nach Kriegsende dient er 1945 bis 1946 als Sitz der britischen Militärregierung. Mit der Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen wird der Behrensbau bis zum Jahr 1953 Staatskanzlei und Sitz der ersten Landesregierungen unter den Ministerpräsidenten Rudolf Amelunxen und Karl Arnold. Nach einem Zwischenstopp ist die benachbarte Villa Horion ab Ende der 1950er Jahre bis 1999 Dienstsitz des Ministerpräsidenten. Seit Mitte der 1950er Jahre bis 2000 ist der Behrensbau Sitz des Konzernvorstands von Mannesmann sowie Büro- und Verwaltungsgebäude. 1982 wird das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt.

Im Jahr 2000 wird der Behrensbau Schauplatz des Übernahmekampfes zwischen der Mannesmann AG und dem Telekommunikationsunternehmen Vodafone. 2008 erwirbt das Land Nordrhein-Westfalen das Gebäude, vier Jahre später verlässt Vodafone den Bau. Auf dem Höhepunkt der europäischen Flüchtlingskrise werden Teile des Gebäudes von 2015 bis 2017 als Unterkunft für Geflüchtete genutzt.

Auf dem Weg zu einem modernen Museum

Eine große Herausforderung besteht darin, den seit 2017 leer stehenden Behrensbau als Ausstellungsstandort nutzbar und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nachdem der Behrensbau im Jahr 2019 als künftiger Standort für das Haus der Geschichte Nordrhein- Westfalen in der Begründung zum Stiftungsgesetz festgeschrieben wird, beginnen die Renovierungs- und Umbauarbeiten für das neue Geschichtsmuseum. Die Umbauplanungen des Behrensbaus zum Museumsgebäude sind ein auf mehrere Jahre angelegtes Revitalisierungsprojekt eines bedeutenden Architekturdenkmals unseres Landes.

Perspektivisch werden dem Museum etwa 7.000 Quadratmeter Nutzungsfläche zur Verfügung stehen. Davon sollen rund 3.000 Quadratmeter für die Dauerausstellung und rund 1.500 Quadratmeter für Wechselausstellungen genutzt werden. Ergänzend werden Räume für die museale Infrastruktur sowie für vielfältige Bildungs- und Vermittlungsformate hergerichtet.

Ausstellungen im Behrensbau

Mit der Jubiläumsausstellung „UNSER LAND. 75 Jahre Nordrhein-Westfalen“ präsentierte sich die Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen vom 27. August 2021 bis 28. August 2022 erstmals an ihrem künftigen Sitz. Vom 24. Mai 2023 bis 18. Februar 2024 nahm die Ausstellung „110 Jahre Behrensbau. Architektur und Geschichte“ am historischen Ort das Bauwerk, seinen Architekten Peter Behrens und den Mannesmann-Konzern in den Blick.